Junkers CW 400 Bedienungsanleitung

Junkers CW 400 Bedienungsanleitung

Der CW 400 ist laut Titelblatt die Bedieneinheit einer Heizungsanlage; dasselbe Heft beschreibt zusätzlich die Varianten CR 400 und CW 800. Es handelt sich um das Bedienteil des Reglers, nicht um den Wärmeerzeuger selbst: Alle Angaben zu Vorlauf- und Warmwassertemperatur verweisen im Heft auf die Anleitung des Wärmeerzeugers.

Für die Fehlersuche ist zweierlei entscheidend: Die Bedieneinheit zeigt Störungen als Code an, und sie trifft ihre Regelentscheidungen anhand von Außen- und Raumtemperatur, die beide von einem Fühler kommen. Ein ungünstig platzierter Fühler erzeugt deshalb Beschwerden, die keine Störung im technischen Sinn sind.

Angaben aus dem Heft

Merkmal Angabe im Handbuch Seite
Dokument 6 720 812 360, Ausgabe 2014/10 S. 2
Geltungsbereich Bedieneinheit CR 400, CW 400, CW 800 S. 1
Energieverbrauch Produktdaten nach EU-Verordnung Nr. 811/2013 zur Ergänzung der ErP-Richtlinie 2010/30/EU S. 5
Regelart „Konstant“ Regelung mit einer konstanten Temperatur, unabhängig von der Außen- oder Raumtemperatur S. 6
Standardanzeige Wertanzeige, Informationszeile, Außentemperatur, Textinformation, Informationsgrafik S. 8
Betrieb nach Stromausfall Bei kurzem Stromausfall gehen keine Einstellungen verloren S. 37
Funktionsumfang Abhängig vom Aufbau der Anlage und von der Software-Version der Bedieneinheit S. 5

Meldungen und Fehlercodes

Das Heft führt keine frei lesbaren Fehlertexte auf, sondern Störungs-Codes mit Zusatz-Code. Beide erscheinen zusammen im Display; bei mehreren Störungen zeigt die Bedieneinheit die mit der höchsten Priorität. Die Codes sind ausdrücklich für den Fachmann bestimmt. Was Sie selbst tun können, steht in der Tabelle ab Seite 47; alles Weitere geht an den Kundendienst.

Störungs-Code Zusatz-Code Beschreibung im Handbuch Seite
– – Keine Anzeige im Display: Anlage ist ausgeschaltet S. 47
– – Keine Anzeige im Display: Stromversorgung der Bedieneinheit ist unterbrochen S. 47
A01 810 Warmwasser bleibt kalt S. 47
A01 811 Warmwasserbereitung: Thermische Desinfektion misslungen S. 47
A11 1010 Keine Kommunikation über BUS-Verbindung EMS 2 S. 47
A11 1038 Zeit/Datum ungültiger Wert S. 47
A11 3061 … 3068 Keine Kommunikation mit Heizkreismodul S. 47
A11 6004 Keine Kommunikation Solarmodul S. 47
A21 … A28 1001 Keine BUS-Verbindung zwischen C 400/C 800 und CR10 oder CR100 S. 47
A41 / A42 4051 / 4052 Thermische Desinfektion misslungen S. 47
H… – Wartung erforderlich, Anlage bleibt soweit möglich in Betrieb S. 47
H07 1017 Wasserdruck der Anlage zu niedrig – nur bei digitalem Druckfühler S. 47

Häufige Fragen

Warum soll ich eine Raumsolltemperatur einstellen, obwohl die Raumtemperatur gar nicht gemessen wird?

Weil die Einstellung die Heizkurve verschiebt und damit die Temperatur des Heizwassers ändert.

  1. Raumsolltemperatur an der Bedieneinheit ändern.
  2. Die Änderung wirkt über die Heizkurve auf die Heizkörpertemperatur.

Quelle im Handbuch: S. 44

Mein Thermometer zeigt eine andere Raumtemperatur an als die Bedieneinheit. Woran liegt das?

Die Bedieneinheit wird von ihrer Umgebung beeinflusst – kalte Wand oder Wärmequelle in der Nähe.

  1. Vergleichsthermometer nahe bei der Bedieneinheit anbringen.
  2. Nicht während der Aufheizphase vergleichen.
  3. Bei bleibender Abweichung die Raumtemperaturanzeige abgleichen.

Quelle im Handbuch: S. 44, S. 37

Warum werden die Heizkörper im Sommerbetrieb trotzdem warm?

Die Pumpe läuft in bestimmten Intervallen an, damit sie sich nicht festsetzt, und führt Restwärme ab.

  1. Prüfen, ob die Erwärmung kurz nach einer Warmwasserbereitung auftritt.

Quelle im Handbuch: S. 44

Warum läuft die Pumpe nachts, obwohl kaum geheizt wird?

Das hängt von der Absenkart ab, die der Fachmann eingestellt hat.

  1. Absenkart und Schaltzeiten im Menü prüfen.
  2. Bei Unklarheit den Fachmann fragen.

Quelle im Handbuch: S. 44

Im Display erscheint eine Störung. Was muss ich dem Kundendienst durchgeben?

Störungs-Code, Zusatz-Code und die Ident.-Nr. der Bedieneinheit.

  1. Störungs-Code und Zusatz-Code ablesen.
  2. Ident.-Nr. der Bedieneinheit bereithalten.
  3. Zugelassenen Fachmann oder Kundendienst anrufen.

Quelle im Handbuch: S. 47

Die Störung lässt sich nicht zurücksetzen – was dann?

Verriegelnde Störungen am Wärmeerzeuger lassen sich durch einen Reset beseitigen; bleibt die Störung, muss der Fachmann kommen.

  1. Reset des Wärmeerzeugers durchführen.
  2. Anleitung des Wärmeerzeugers zu Rate ziehen.

Quelle im Handbuch: S. 48

Störungsbaum: Symptom, Prüfung, Maßnahme

Der Baum folgt den Tabellen im Kapitel 9: erst die „gefühlten“ Störungen, dann die angezeigten.

Gewünschte Raumtemperatur wird nicht erreicht

  1. Thermostatventile: Prüfen, ob die Thermostatventile an den Heizkörpern zu niedrig eingestellt sind; sie höher einstellen. (S. 45)
  2. Betriebsart: Prüfen, ob die Anlage im Sommerbetrieb steht; auf Winterbetrieb umschalten. (S. 45)
  3. Luft: Heizkörper und Heizungsanlage entlüften. (S. 45)
  4. Fühler: Installationsort des Außentemperaturfühlers prüfen lassen. (S. 45)

Raumtemperatur wird weit überschritten, Heizkörper werden zu warm

  1. Nebenräume: Thermostatventile in den Nebenräumen niedriger einstellen. (S. 45)
  2. Installationsort: Prüfen, ob die Bedieneinheit an Außenwand, in Fensternähe oder in Zugluft montiert ist. (S. 45)

Keine Anzeige im Display

  1. Anlage: Prüfen, ob die Anlage ausgeschaltet ist; Anlage einschalten. (S. 47)
  2. Stromversorgung: Prüfen, ob die Bedieneinheit korrekt im Wandhalter sitzt. (S. 47)

Störung des Wärmeerzeugers wird gemeldet

  1. Reset: Reset des Wärmeerzeugers durchführen, um verriegelnde Störungen zu beseitigen. (S. 48)
  2. Fachmann: Wenn sich die Störung durch einen Reset nicht beseitigen lässt, Fachmann benachrichtigen. (S. 48)

Wasserdruck der Anlage zu niedrig (H07)

  1. Druckfühler: Dieser Wert wird nur angezeigt, wenn die Anlage mit einem digitalen Druckfühler ausgestattet ist. (S. 47)
  2. Nachfüllen: Heizwasser nachfüllen, wie in der Bedienungsanleitung des Wärmeerzeugers beschrieben. (S. 47)

Sicherheitshinweise aus dem Handbuch

Die Sicherheitshinweise stehen gleich am Anfang, auf Seite 4, und bestehen aus einer Symbolerklärung mit vier Signalwörtern. Das Heft ordnet jeder Aussage eines dieser Wörter zu; die Einstufung entscheidet, ob ein Sachschaden oder eine Personengefährdung gemeint ist.

  • HINWEIS: Bedeutet, dass Sachschäden auftreten können. (S. 4)
  • VORSICHT: Bedeutet, dass leichte bis mittelschwere Personenschäden auftreten können. (S. 4)
  • WARNUNG: Bedeutet, dass schwere bis lebensgefährliche Personenschäden auftreten können. (S. 4)
  • GEFAHR: Bedeutet, dass schwere bis lebensgefährliche Personenschäden auftreten werden. (S. 4)
  • Fachmann: Zu einer Störung, die sich nicht beheben lässt, Fachmann oder Kundendienst rufen und Code sowie Ident.-Nr. nennen. (S. 47)
  • Entsorgung: Elektro- und Elektronik-Altgeräte getrennt sammeln und den länderspezifischen Rückgabe- und Sammelsystemen zuführen. (S. 48)

Verwandte Teile und Zubehör

Das Heft enthält keine Ersatzteilliste und keine Bestellnummern. Es nennt aber eine Reihe von Baugruppen, deren Vorhandensein über verfügbare Menüs und über Störungs-Codes entscheidet, indirekt also über den Zubehörbedarf der Anlage.

Baugruppe Nennung im Handbuch Bemerkung Seite
Kommunikationsmodul Menü: Internet Dieses Menü ist nur verfügbar, wenn ein Kommunikationsmodul installiert ist. S. 42
Kaskadenmodul MC400 Menü: Systeminformationen Nur verfügbar, wenn kein Kaskadenmodul installiert ist. S. 42
Heizkreismodul Heizkreis 1 bis 8 Codes 3061 bis 3068 melden fehlende Kommunikation. S. 47
Solarmodul Code A11 mit Zusatz-Code 6004 Keine Kommunikation Solarmodul. S. 47
Digitaler Druckfühler Voraussetzung für Code H07 Wasserdruckmeldung erscheint nur mit diesem Fühler. S. 47
Außentemperaturfühler Beanstandung „gewünschte Raumtemperatur wird nicht erreicht“ Ungünstiger Installationsort ist eine eigene Ursache. S. 45