Das boso-medicus X ist ein Blutdruckmessgerät für den Oberarm, das nach dem oszillometrischen Verfahren arbeitet und Systole, Diastole und Puls auf einem LCD-Feld anzeigt. Der Speicher nimmt 30 Messungen auf; die WHO-Bewertungsskala erscheint am linken Displayrand, aber nur beim Mittelwert.
Angesprochen sind Patienten mit einem Oberarmumfang zwischen 22 und 48 cm. Kleinkinder und Neugeborene sind ausdrücklich ausgenommen, Schwangere hat man für die Anwendung nicht validiert. Für Supportfragen ist wichtig, dass Gerät und Manschette eine Einheit bilden: die Manschette wird mit ihrem Stecker am Gehäuse eingerastet, und nur zwei Manschettentypen sind zugelassen.
Eckdaten aus dem Kapitel Technische Daten
| Merkmal | Angabe im Heft | Seite |
|---|---|---|
| Messverfahren | Oszillometrisch | S. 36 |
| Messbereich systolisch | 60 bis 279 mmHg | S. 36 |
| Messbereich Puls | 40 bis 180 pro Minute | S. 36 |
| Speicherplätze | 30 Messungen | S. 36 |
| Stromversorgung | 4 Mignonzellen LR 6, alternativ Netzgerät DC 6V | S. 37 |
| Gewicht | 240 g ohne Batterien | S. 37 |
| Abmessungen | 96 mm x 68 mm x 130 mm | S. 37 |
| Schutzart | IP20, nicht gegen Wasser geschützt | S. 38 |
| Messtoleranz | ± 3 mmHg oder 2 % des Ablesewertes | S. 38 |
| Nutzungsdauer | 5 Jahre bei sechs Messungen pro Tag | S. 35 |
Meldungen und Fehlercodes
Nummerierte Fehlercodes sucht man in diesem Heft vergeblich. Statt eines Codes erscheint anstelle des Messergebnisses die Anzeige „Err“, dazu nennt das Heft Ursache und Abhilfe im Klartext. Diese Fehlmessungen wandern nicht in den Speicher; gespeichert wird nur, was als Wert durchgeht.
Prüfbar bleiben damit drei Dinge: die Ursachenzeile der Fehleranzeige, die Symbole für den Batteriezustand und die Zeichen im LCD-Feld. Die folgende Übersicht gibt die Ursachen in der Reihenfolge wieder, in der das Heft sie auf Seite 31 und 32 auflistet.
Ursachen der Fehleranzeige und was das Heft rät
| Ursache laut Heft | Maßnahme | Seite |
|---|---|---|
| Manschettendruck schwankt während der Messung zu stark | Arm ruhig halten | S. 31 |
| Keine auswertbaren Pulsationen | Lage der Manschette prüfen und erneut messen | S. 31 |
| Differenz zwischen Systole und Diastole zu gering, höchstens 10 mmHg | Lage der Manschette prüfen und erneut messen | S. 31 |
| Fehler beim Aufpumpen, Manschette möglicherweise zu locker | Manschette fester anlegen | S. 31 |
| Pulswert ließ sich nicht korrekt ermitteln | Lage der Manschette prüfen und erneut messen | S. 32 |
| Interner Gerätefehler | Batterien entnehmen, START-Taste kurz drücken, Batterien wieder einlegen; bleibt der Fehler, Gerät zur Reparatur einsenden | S. 32 |
Batteriesymbol im LCD-Feld
| Anzeige | Bedeutung | Seite |
|---|---|---|
| Batteriesymbol voll | Batterie voll geladen | S. 7 |
| Batteriesymbol halb | Batterie teilweise entladen | S. 7 |
| Batteriesymbol leer | Batterie demnächst ersetzen | S. 7 |
| Batteriesymbol blinkt | Keine weitere Messung möglich, Batterien ersetzen | S. 7 |
Häufige Fragen
Zwei Messungen hintereinander ergeben völlig verschiedene Werte – ist mein Gerät kaputt?
Nicht zwingend. Blutdruck schwankt von Messung zu Messung; vergleichbar werden die Werte erst, wenn Sie immer unter ähnlichen Bedingungen messen.
- Vor der Messung eine Stunde auf Nikotin und Kaffee verzichten.
- Bequem sitzen, Rücken und Arme anlehnen, Beine nicht kreuzen, Füße flach auf den Boden.
- Fünf Minuten entspannen, erst dann messen.
- Zwischen zwei Messungen mindestens zwei Minuten vergehen lassen.
Nach der Messung erscheint ein Symbol im Display. Was soll ich damit tun?
Das Zeichen steht für eine Herzrhythmusstörung oder für Bewegung während der Messung. Das Heft rät zur Wiederholung bei völlig ruhig gehaltenem Arm.
- Arm vollkommen ruhig halten und nicht sprechen.
- Messung wiederholen.
- Erscheint das Zeichen auch bei ruhigem Arm wiederholt, das Thema beim nächsten Arztbesuch ansprechen.
Wie viele Werte bleiben im Speicher, und verschwindet der älteste von selbst?
Der Speicher fasst 30 Messungen. Ist er voll, löscht das Gerät die älteste Messung und legt die neue ab.
- Messung wie gewohnt durchführen, der Wert wird automatisch abgelegt.
- Beim 31. Wert entfällt der älteste Eintrag.
- Fehlmessungen mit „Err“ werden nicht mitgezählt.
Quelle im Handbuch: S. 25
Wie komme ich an den Mittelwert meiner gespeicherten Messungen?
Am ausgeschalteten Gerät die START-Taste etwa drei Sekunden halten. Im Pulsfeld steht dann die Anzahl der gespeicherten Messungen.
- Gerät ausschalten.
- START-Taste etwa drei Sekunden gedrückt halten.
- Mittelwert für Systole und Diastole ablesen, im Pulsfeld die Anzahl der Werte.
- Den Mittelwert anschließend in den Blutdruckpass eintragen.
Quelle im Handbuch: S. 27
Ich möchte den Speicher leeren, bevor jemand anderes das Gerät benutzt. Wie geht das?
Der Speicher lässt sich am ausgeschalteten Gerät über die START-Taste löschen; das Heft beschreibt den Ablauf in mehreren Schritten.
- Bei ausgeschaltetem Gerät die START-Taste etwa fünf Sekunden halten.
- Taste loslassen, sobald das Symbol im Display erscheint.
- START-Taste kurz drücken und erneut das Symbol abwarten.
- Warten, bis sich das Gerät selbst abschaltet.
Quelle im Handbuch: S. 29
Darf ich ein Netzgerät aus dem Elektromarkt anschließen?
Nur das boso-Netzgerät mit der Bestellnummer 410-7-150. Fremde Netzteile können die Elektronik beschädigen und den Verlust der Werksgarantie nach sich ziehen.
- Buchse auf der Geräterückseite prüfen.
- Ausschließlich das Netzgerät 410-7-150 verwenden.
- Stecker abziehen, wenn das Gerät nicht benutzt wird.
Quelle im Handbuch: S. 30
Warum liegt mein Wert zu Hause niedriger als in der Praxis?
Zu Hause gemessene Werte fallen häufig niedriger aus. Die Deutsche Hochdruckliga hat deshalb für die Selbstmessung eigene Grenzwerte festgelegt.
- Für die Messung zu Hause gilt 135/85 mmHg als Grenze.
- In der Arztpraxis gilt 140/90 mmHg.
- Bei dauerhaft erhöhten Werten ärztlichen Rat einholen.
Quelle im Handbuch: S. 14
Muss das Messgerät regelmäßig überprüft werden?
Ja. Eine messtechnische Kontrolle ist spätestens alle zwei Jahre fällig, und zwar durch den Hersteller, die Messbehörde oder entsprechend qualifizierte Personen.
- Kontrollturnus von höchstens zwei Jahren einhalten.
- Kontrolle nur von zugelassenen Stellen durchführen lassen.
- Die Funktionsprüfung läuft am Menschen oder mit einem geeigneten Simulator.
Quelle im Handbuch: S. 39
Wie reinige ich Gerät und Manschette, ohne sie zu beschädigen?
Das Gehäuse bekommt ein weiches, trockenes Tuch. Die Manschette darf mit etwas Geschirrspülmittel behandelt werden, für die Flächendesinfektion nennt das Heft ein konkretes Mittel.
- Gerät mit weichem, trockenem Tuch abwischen.
- Kleine Flecken auf der Manschette vorsichtig mit handelsüblichem Geschirrspülmittel lösen.
- Für die Wischdesinfektion mindestens fünf Minuten Einwirkzeit einhalten.
- Bei mehreren Anwendern die Manschette regelmäßig desinfizieren, dafür Sprühdesinfektion nutzen.
Quelle im Handbuch: S. 33
Störungsbaum: Symptom, Prüfung, Maßnahme
Der Baum folgt den Ursachen, die das Kapitel Fehleranzeige auf Seite 31 und 32 auflistet, und den Hinweisen zur Vorbereitung ab Seite 20. Vor jedem Einzelschritt lohnt der Blick auf den Manschettensitz, weil fast jede Ursache dort ansetzt.
Statt Systole, Diastole und Puls erscheint „Err“
- Manschettensitz prüfen: Der untere Manschettenrand gehört etwa zwei bis drei Zentimeter über die Armbeuge, die Markierung auf die Arterie, der Metallbügel nicht über die Arterie. Danach erneut messen. (S. 20, S. 21)
- Arm ruhig halten: Bewegung und Sprechen während der Messung erzeugen schwankenden Manschettendruck und damit die Fehleranzeige. (S. 31, S. 23)
- Manschette fester anlegen: Ist sie zu locker, bricht das Aufpumpen ab. Die Manschette soll so eng sitzen, dass noch etwa zwei Finger dazwischen passen. (S. 31, S. 21)
Das Batteriesymbol blinkt, eine Messung kommt nicht mehr zustande
- Batterien tauschen: Blinkt das Symbol, ist keine weitere Messung möglich; das Heft verlangt neue Batterien. (S. 16)
- Auf richtige Polung achten: Bei falscher Polung läuft das Gerät nicht an, außerdem drohen Wärmebildung und auslaufende Zellen. (S. 15)
- Nutzungsdauer einordnen: Rund 700 Messzyklen nennt das Heft als typische Lebensdauer einer Batteriefüllung; die Zahl hängt von Aufpumphöhe und Nutzungshäufigkeit ab. (S. 37)
Der Wert weicht deutlich von der Messung in der Praxis ab
- Messbedingungen angleichen: Eine Stunde vorher keinen Kaffee und kein Nikotin, fünf Minuten Ruhe, nicht sprechen, Füße flach auf den Boden. (S. 20)
- Den richtigen Arm verwenden: Ohne Einschränkung wird immer an dem Arm gemessen, der die höheren Werte liefert; dazu zuerst beide Arme vergleichen. (S. 18)
- Herzhöhe kontrollieren: Der Arm liegt entspannt und leicht angewinkelt auf dem Tisch, die Manschette auf Herzhöhe. (S. 22)
Die Manschette pumpt nicht oder nur kurz auf
- Schlauch prüfen: Ein geknickter Luftschlauch staut den Druck; das Heft weist ausdrücklich darauf hin. (S. 22)
- Messung abbrechen: Lässt sich die Messung nicht retten, die START-Taste drücken; die Manschette entlüftet dann automatisch. (S. 24)
- Gerät vom Arm nehmen: Bei einer Fehlfunktion des Geräts die Manschette abnehmen, statt weiter zu messen. (S. 22)
Sicherheitshinweise aus dem Handbuch
Die Warnungen stehen nicht in einem eigenen Kapitel, sondern verteilt über die Vorbereitung ab Seite 20, die Hinweise zur Selbstmessung ab Seite 17 und den Netzbetrieb auf Seite 30. Die Auswahl folgt den Punkten, bei denen ein Fehlgriff gesundheitliche Folgen hat oder das Gerät beschädigt.
- Wunden: Die Manschette nicht über verletzte Haut legen; das kann die Verletzung vergrößern. (S. 21)
- Shunt und Gefäßzugang: Nicht an einem Arm messen, dessen Arterien oder Venen in ärztlicher Behandlung sind oder waren, etwa bei einem Shunt. (S. 21)
- Nach Brustamputation: Auf der operierten Körperseite bleibt die Manschette weg. (S. 21)
- Blutstau begrenzen: Der Blutfluss darf nicht länger als zwei Minuten unterbunden werden; bei einer Fehlfunktion die Manschette sofort abnehmen. (S. 22)
- Kinder und Säuglinge: Kinder nur beaufsichtigt messen lassen, das Gerät nicht in der Nähe von Säuglingen benutzen. (S. 22)
- Verschluckbare Teile: Kleine Teile können für Säuglinge zur Erstickungsgefahr werden. (S. 22)
- Nicht ohne Manschette starten: Ohne angelegte Manschette darf keine Messung gestartet werden. (S. 22)
- Funkgeräte: Zu WLAN-Geräten, Handys, schnurlosen Telefonen und Walkie-Talkies mindestens 3,3 Meter Abstand halten. (S. 12)
- Schwangerschaft: Für die Anwendung bei Schwangeren ist das Gerät nicht validiert. (S. 17)
- Batterien und Netzgerät: Batterien, Anschlussbuchse und Patient nicht gleichzeitig berühren; nach Gebrauch den Netzgerätstecker ziehen. (S. 30)
- Schrittmacher: Bei schwachem Puls, etwa mit Schrittmacher, sind Fehlmessungen möglich; auf das Gerät wirkt der Schrittmacher nicht ein. (S. 17)
Verwandte Teile und Zubehör
Der Lieferumfang umfasst neben dem Gerät eine Standardmanschette CA 01, vier Mignonzellen, den Blutdruckpass und die Gebrauchsanweisung. Alles Weitere ist Zubehör und wird über die Bestellnummern des Hefts geordnet.
| Teil | Bezeichnung im Heft | Bemerkung | Seite |
|---|---|---|---|
| Manschette klein | CA01, 22 – 32 cm, Bestellnummer 143-4-764 | Im Standardlieferumfang enthalten | S. 19 |
| Manschette groß | CA02, 32 – 48 cm, Bestellnummer 143-4-757 | Für größere Oberarmumfänge | S. 19 |
| Netzgerät | Netzgerät DC 6V, Best.-Nr. 410-7-150 | Sonderausstattung, Spannung und Polung sind auf das Gerät abgestimmt | S. 30 |
| Batterien | 4 x 1,5V Mignon IEC LR 6, Alkali Mangan | Auslaufsichere Zellen der angegebenen Spezifikation verwenden | S. 37 |
| Blutdruckpass | Blutdruckpass medicus X | Liegt bei; Einzelwerte und Mittelwert werden dort eingetragen | S. 5 |
| Prüfstecker | spezieller Prüfstecker | Nur für die messtechnische Kontrolle, kostenpflichtig beim Hersteller | S. 39 |
